"Gottscheer" ist eine Bezeichnung, die sich im Laufe der Jahrhunderte für die Angehörigen der deutschen Sprachinsel im Südosten Sloweniens, die einen alten deutschen Dialekt aus dem 14. Jahrhundert sprechen, durchgesetzt hat. "Gottscheer" ist in diesem Sinne eine Bezeichnung für die nationale Angehörigkeit.
Die Deutschen, also auch die Gottscheer, haben in Slowenien keine besonderen Rechte (z.B.: Schulen, Kindergärten, zweisprachige Ortstafeln, u.ä.) Das ist auch ein Grund für die starke Assimilation. Die Möglichkeiten für unsere Arbeit haben sich dadurch vergrößert, das wir mit der Hilfe der Kärntner Landes- und österreichischen Bundesregierung ein Haus in Krapflern- Obèice kaufen konnten, in dem wir uns treffen, arbeiten und Veranstaltungen organisieren.
AUS DER GESCHICHTE
Das Gottscheerland war ein geschlossenes Siedlungsgebiet rund 60 km südlich von Laibach - Ljubljana, das zu Beginn des 14. Jahrhunderts von den Grafen von Ortenburg mit Kärntnern und Osttirolern besiedelt wurde. Das Gebiet, das vorher praktisch nicht besiedelt war und keine anderssprachigen Enklaven hatte, umfaßte eine Fläche vob 860 km2 mit 176 Ortschaften und Gottschee als Hauptort, das 1471 zur Stadt erhoben wurde.
über 600 Jahre hielten die Gottscheer ihre Kultur und Sprache unter schwierigsten Bedingungen (Türkeneinfälle, französische Besatzung und ab 1918 nationale Bedrängnisse) aufrecht. 1941/42 wurden 12000 Gottscheer in das Gebiet zwischen Rann - Brežice und Gurkfeld - Krško umgesiedelt. Angesiedelt wurden sie in Häusern der von den Nazis vertriebenen Slowenen, von wo sie 1945 vertrieben wurden. Einige sind, trotzt des Druckes, zu Hause im Gottscheerland geblieben. Geblieben sind auch die Gottscheer, die in den Städten und außerhalb der Sprachinsel lebten. In der Nachkriegszeit wurden die Verbrechen der Hitlerzeit allen Deutschen zugeschrieben.
GOTTSCHEER HEUTE
Nach der Unabhängigkeitserklärung Sloweniens haben auch die Gottscheer die Möglichkeit gesehen, ihre nationale Angehörigkeit zu zeigen und ihre eigene Kultur zu pflegen, deshalb haben sie sich in zwei Vereinen organisiert.
Der Gottscheer Altsiedler Verein wurde 1992 in Pöllandl- Koèevske Poljane gegründet, der Slowenisch - Gottscheerische Verein Peter Kosler im Jahre 1994 in Laibach - Ljubljana.
Ziel beider Vereine ist es, die slowenische öffentlichkeit auf die 600-jährige Besiedlung des Gebietes durch eine deutsche Bevölkerung aufmerksam zu machen und die Erhaltung des Kulturerbes. Haupziel des Altsiedler Vereines ist aber auch die Erhaltung der Mundart, des Zusammenhaltes der Gruppe und der Identität. Der Gottscheer Altsiedler Vereinen gibt auch die Zeitschrift Bakh-Pot (der Weg) heraus.
Unsere Volksgruppe ist heute weltweit in zahlreichen Vereinen zusammengeschlossen. Die meisten Gottscheer leben in den USA (ungefähr 25 000), cca. 3000 in Österreich und 1000 in Deutschland. Wie viele es in Slowenien gibt, ist noch nicht belegt, unserer Meinung nach müßten heute noch zwischen 1000 und 1300 Gottscheer in Slowenien leben. Ob sich die Leute auch in der Öffentlichkeit zu einer Volksgruppe bekennen oder nicht, ist natürlich auch eine Frage der Toleranz und des Wohlwollens der Mehrheitsbevölkerung.
HISTORISCHE SPRACHINSELN:
GOTTSCHEERLANDKARTE: