Anton Prelesnik: Wasserquellen im Gottscheerland
Der Redakteur des Buches Alojzij Pavel Florjančič hat den Inhalt des Buches über die Wasserquellen im Gottscheerland, wo dem Wasser wegen seiner Knappheit immer besondere Aufmerksamkeit gewidmet wurde, folgendermaßen kurz zusammengefasst: Trotz der Wasserknappheit hatte praktisch jedes Gottscheer Dorf eine natürliche Wasserquelle.
Quellen stellen für Prelesnik die einfachsten, weniger bedeutenden bzw. weniger ausgiebigeren und besonders nur periodischen Wasserquellen dar. So manche Quelle speist Wasserzisternen, in der Regel in Gegenden mit Grundwasser, z.B. in Mitterdorf, Tschermoschnitz, Krapflern, Pöllandl und noch wo. In diesem Fall könnte gleichzeitig von einer Quelle und einer Fassung die Rede sein. Die meisten Quellen hat der Verfasser auf dem Feld von Gottschee (38) und in Rieg (24) gefunden, in Tschermoschnitz dagegen auf den ersten Blick weniger (10) als man erwarten würde, s. Anm. 4. Insgesamt sind 152 Quellen angegeben.
Ausgiebigere und verlässliche Fassungen haben die Einwohner so gestaltet, dass es leichter war, ans Wasser zu kommen. Einige Fassungen wurden nur mit Holz verschalt, die meisten sind aus Stein erbaut worden, einige sind mit bearbeitetem Stein belegt, seit 1911 wurden sie auch schon in Beton gefasst. Hier kam die Erfindungsgabe der Gottscheer zum Ausdruck. Prelesnik betrachtet die Fassungen als die zahlreichsten Wasserquellen und gliedert sie in zwei Arten. Eine Art ist an eine Quelle gebunden, die andere an Grundwasser. Insbesondere für die letzteren stellt er fest, dass sie in neuester Zeit in der Regel zugeschüttet oder zu Sickergruben umfunktioniert wurden. Im Suchener Hochland ist die Zahl der Fassungen viel höher als die der Quellen(10 : 3), was sich stark von anderen Bereichen unterscheidet. Dieser Bereich weißt überhaupt die bescheidensten Zahl von Wasserquellen auf. Insgesamt wurden 123 Fassungen gefunden.
Dorffassungen sind meist größer als gewöhnliche Fassungen, die Bauweise ist anspruchsvoller, sie sind oft richtige Bau- oder fast Architekturmeisterwerke. Es gab sie in vielen Dörfern, in einigen zwei, drei oder sogar mehr. Insgesamt sind 120 aufgezählt.
Schöpfbrunnen, diese einfachen und ursprünglichen Wasserquellen waren die ersten Posten der Siedler in abgelegenen, waldigen und bergigen Gegenden. Dort, wo es eine Quelle, Fassung oder sogar Dorffassung gab, waren Schöpfbrunnen möglicherweise nicht sehr wichtig. Deshalb sind sie praktisch unbekannt in der Umgebung der Stadt Gottschee, in Tschermoschnitz, Rieg. Der Verfasser hat sie erst gegen Ende seines bedeutenden Projektes identifiziert, bisher hat er 32 gefunden.
Im Gottscheerland sind bis zum 2. Weltkrieg 15 Wasserleitungen angelegt worden, die erste im Dorf Reinthal bereits in den Jahren 1842 und 1843. Im Jahr 1887 wurde das Wasser aus Russbach bei Tschermoschnitz für die Weißkrainer Wasserleitung gefasst. Die Stadt Gottschee bekam ihre Wasserleitung in 1896, im Jahr der Elektrifizierung der Stadt. In Dorfwasserleitungen bestanden die Rohre meist einfach aus Holz, ansonsten waren sie aus Eisen und in einem Fall (Katzendorf) sogar aus Glas. Einige Exemplare dieser Rohre hat der Verfasser einst den einschlägigen Facheinrichtungen in Novo mesto und Ljubljana geschenkt. Und dort ist dieses wichtige materielle technische Erbe spurlos verschwunden. In der Überzeugung, dass diese Besonderheit und Rarität doch für die Leser interessant wäre, gelang es dem Verfasser »in situ« noch einige Exemplare zu finden. Auch dafür gebührt ihm alle Ehre.
Am Fuß des Friedrichsbergs und des Göttenitzer Bergs fand der Verfasser elf Speilöcher, die bei ausgiebigeren Regenfällen im Herbst und bei der starken Schneeschmelze im Frühjahr aktiv werden.
Lacken sind wichtig als Viehtränken, meist im Dorf selbst oder auf größeren Weiden. Heute sind sie zum Großteil überwuchert und schwer zu finden und zu identifizieren. Trotzdem hat der Verfasser schon über fünfzig Lacken gefunden.
Am häufigsten kommen Bachläufe südlich der Stadt Gottschee vor, wo die Spaltenporosität im Dolomit die Voraussetzung für eine stärkere und kontinuierlichere Wasserspeisung der Quellen bildet. Vier Bachläufe gibt es außerdem im Bereich von Tschermoschnitz. Im Buch werden insgesamt 21 Bachläufe vorgestellt.
Bei den kaptierten Quellen werden fünf, einst für lokale Wasserleitungen errichtete Fassungen beschrieben.
Wasserlöcher bilden eigentlich eine Zugabe. Es gibt wenige, sie sind entlegen, sie befinden sich an schwerer zugänglichen Stellen, sie sind tief und schon dadurch kaum zugänglich. Bei anhaltender Dürre wurde von dort Wasser mit Fuhrwerken geholt. Heute könnten Wasserlöcher für Wasserfassungen interessant sein.
Das Buch schließt mit einem Verzeichnis aller inventarisierten Wasserquellen ab, mit der Bestimmung der Art, dem Standort nach dem Atlas und Anmerkungen. Ergänzend gibt es vier Landkarten und die Fotografien einiger Quellen.Das Buch (der gesamte Text slowenisch und deutsch) kann über den Buchhandel oder direkt im Verlag ZRC SAZU (Ljubljana) gekauft werden.